Wie Veränderung leichter gelingt.

  • 02.03.2020
  • Regeneration & Prävention Selbstmanagement

Oder: Freundschaft schließen mit dem Schweinehund.

In diesem Beitrag möchte ich mich mit einer Frage beschäftigen, die mir als Personal Health Trainerin oft gestellt wird und die mich aber genauso beschäftigt:

" Warum ist es so schwer, mit alten, oft ungesunden Gewohnheiten zu brechen, obwohl wir es doch besser wissen! Wie kann Veränderung gelingen? "


Ab morgen fange ich endlich an …. ! Sich das vorzunehmen, ist leicht. Es in den Alltag zu transportieren schon etwas heikler. Es dann auch wirklich durchzuziehen, damit daraus eine neue positive Gewohnheit wird? Das ist eine Kunst! Wenn es nur nicht so schwer wäre und oft so entmutigend, immer wieder mit dem lieben Schweinehund zu kämpfen! Was tun?

Manchmal hilft schon ein kleiner Perspektiv- und Strategiewechsel auf die Sprünge:

Wenn der Schweinehund das nächste Mal grüßt, dann überrasche ihn. Statt mit ihm zu kämpfen, freunde Dich mit ihm an. Denn streng genommen, ist er nicht der Feind! Er hat durchaus seine Berechtigung, er vereinfacht uns auch den Alltag.

Aber Vorsicht! Den Kampf aufgeben, heißt nicht, Veränderungen einfach sein zu lassen! Es gilt eher seine Funktion anzuerkennen und ihn nicht grundweg als Ärgernis zu sehen. Das kann schon ein erster Schritt zu mehr Leichtigkeit im Änderungsprozess sein.

Bleibt die Frage, warum er es uns im Alltag oft so schwer machen muss? Das beantwortet uns der Neurowissenschaftler Dr. Eric Kandel:

Er konnte 2000 nachweisen, dass jeder Gedanke und jede Handlung Verknüpfungen im Gehirn schafft oder bestehende Muster verstärkt. Es gibt Wege im Gehirn, die wir öfter nutzen (Datenautobahnen) und andere, die fast brach liegen (Feldwege). Für alle Dinge, die wir regelmäßig oder schon sehr lange tun (Gewohnheiten), gibt es ein gut ausgebautes Netzwerk. Für andere Dinge, die wir (noch) nicht so häufig getan haben nur einen kleinen Feldweg. Und für ganz neue Dinge scheinbar undurchdringliche Wildnis.

Die Machete zu schwingen und ganz neue Wege zu gehen, kostet unser Gehirn viel Kraft. Da neue Verknüpfungen zwischen den Synapsen gebildet werden müssen. Energie, die wir nach einem langen Arbeitstag oft nicht mehr zur Verfügung haben. Und genau hier tritt dann der Schweinehund auf den Plan!

Das Gehirn wählt immer erst einmal den „einfachen“ Weg über die Datenautobahn zurück zu den alten, nicht immer gesunden, zielführenden Gewohnheiten. Es ist darauf ausgerichtet mit unserer Energie sparsam umzugehen. Grundsätzlich eine tolle Sache, oder ? Diese Arbeitsweise sichert auch in Ernst- Situationen das Überleben, da wir auf bewährte Gewohnheiten blitzschnell zurückgreifen können. Achtung: Das ist trotzdem kein Freifahrtschein, um in alten Mustern zu verharren!

Denn: Der Weg durch die Wildnis ist ein lohnenswertes Abenteuer!

Wer regelmäßig seine Gewohnheiten auf aktuelle Nützlichkeit und Schädlichkeit überprüft und an sich arbeitet, bleibt gesund und fit im Kopf. Veränderungen lassen auch unsere grauen Zellen wachsen! Erfreulicherweise ist unser Gehirn nämlich dazu in der Lage, geschriebene Programme jederzeit zu verändern und neue Verknüpfungen zu bilden. Diese Eigenschaft nennt sich Neuroplastizität. Auch das Selbstbewusstsein wächst mit jeder erfolgreich antrainierten neuen Gewohnheit! Wir haben ein ungeheures Potenzial im Oberstübchen. Es wird Zeit, es zu nutzen!!!!!!

Fakt ist Veränderung ist harte (Hirn-)Arbeit!

Und daran können wir uns immer wieder erinnern, wenn wir einknicken wollen! Neues zu erlernen erfordert einfach sehr viel Übung durch ständige Wiederholung! Wir müssen uns ja plötzlich ganz anders verhalten, als es unser Gehirn gelernt hat! Es braucht einfach die Zeit für neue Verknüpfungen, zum Erlernen einer neuen Gewohnheit.

Wie lange dauert es, bis das Gehirn ein neues Muster abgespeichert hat?

Aktuell heißt es, ca. sechs bis acht Wochen bei einer Tätigkeit, die man täglich übt. Bei einem Vorhaben, das Du nur einmal in der Woche üben kannst, gib Dir mindestens ein halbes Jahr!

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Um Dir den Weg zu Deinen neuen positiven Gewohnheiten etwas zu erleichtern, habe ich unter diesem Link noch ein paar handliche Reflektions- und Planungs- Tipps zusammengetragen.

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Wer Unterstützung auf dem Weg der Veränderung braucht, den begleite ich gern 1 zu 1 im Personal Health Training. Wir finden eine passende Strategie für Dich. Zu zweit ist es einfacher durchzuhalten. Lass uns gern einen Termin vereinbaren!

Viel Freude bei der sportlichen Auseinandersetzung mit dem Schweinehund.
Schreib mir doch mal, wie es so läuft!


Herzensgruss von Isabelle.